18. März 2013
Geschichten können ziemlich unterschiedlich ausfallen - je nachdem, wer sie erzählt.
Das gilt anscheinend auch für die biblische Geschichte des letzten Abendmahls. Laut einem jüngst dechiffrierten alten ägyptischen Text haben daran nicht nur Jesus und seine Jünger teilgenommen, sondern auch Pontius Pilatus. Das war der römische Statthalter in Judäa, der Jesus nach der Erzählung der Bibel zum Tod am Kreuz verurteilt hat. Der 1.200 Jahre alte Text ist in koptischer Sprache verfasst. Darin wird sogar behauptet, Pilatus habe angeboten, seinen eigenen Sohn zu opfern, damit Jesus nicht sterben muss.
Veröffentlicht hat die Übersetzung ein Wissenschaftler von der Universität Utrecht in den Niederlanden. Er sagte dem Wissensportal "Livescience", es müsse nicht sein, dass die Ereignisse aus dem Text wirklich so passiert sind. Die Entdeckung zeige aber, dass manche Menschen zur Zeit seiner Niederschrift daran geglaubt hätten. Sonderlich erstaunlich sei die Interpretation der Rolle des Pilatus übrigens nicht: Von den koptischen Christen werde er als Heiliger verehrt.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)