19. März 2013
Geschwisterliebe ist in unserer Gesellschaft ein Tabu.
Bei unseren Vorfahren war Inzest möglicherweise gar nicht so unüblich. Dieser Ansicht sind Forscher der chinesischen Akademie der Wissenschaften und der Washington University in den USA. Sie haben den Schädel eines Frühmenschen untersucht, der vor rund 100.000 Jahren in Nordchina beerdigt worden war.
Dieser weist nach Angaben der Wissenschaftler ungewöhnliche Löcher in der Schädeldecke auf - ein Gendefekt, der heutzutage bei einem von 25.000 Menschen auftrete. Dagegen seien solche und andere Missbildungen bei unseren Vorfahren sehr häufig zu finden - gemessen an der geringen Zahl der Skelett-Funde. Ein Grund für die Häufigkeit könnte laut den Forschern Inzucht sein.
Die Studie ist im Fachmagazin PLOS ONE erschienen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)