19. März 2013
In allen Medien ging es in der vergangenen Woche vor allem um ein Thema: den neuen Papst.
Es gibt aber einen klaren Unterschied zwischen der medialen Präsenz solcher kirchlichen Führungsfiguren und ihrem Einfluss auf die alltägliche Lebenswelt der Menschen. Darauf weist der Historiker Thomas Großbölting von der Uni Münster in der "Frankfurter Rundschau" hin. Das gelte, ob sie nun Katholiken seien, oder nicht. Der Weltjugendtag in Köln 2005 sei dafür ein gutes Beispiel. Die jugendlichen Teilnehmer hätten dem damaligen Papst Benedikt XVI. zugejubelt. In der Mehrheit hätten sie sich aber "nicht die Bohne" um seine Theologie oder seine Moralvorstellungen geschert.
Großbölting meint, dass kirchliche Amtsträger heute generell nur noch begrenzte Möglichkeiten haben. Keine Rolle in der katholischen Kirche habe sich in den vergangenen 50 Jahren so sehr verändert wie die des Priesters. Er sei von "Hochwürden" zu einem pastoralen Dienstleister geschrumpft, der seinen früheren Schäfchen verzweifelt hinterherrenne.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)