20. März 2013

Ermittlungsverfahren gegen französische Arzneimittelaufsicht

Hätten die französischen Behörden den Tod von bis zu 2.000 Patienten verhindern können?

Dieser Frage soll nun die Justiz nachgehen. Untersuchungsrichter haben den Leiter der Arzneimittelaufsicht, Dominique Maraninchi, wegen der Affäre um das Diabetes-Medikament Mediator vorgeladen. Wie die Behörden in Paris mitteilten, wird ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung geprüft.

Hintergrund ist der Skandal um das von dem Pharmakonzern Servier hergestellte Medikament Mediator. Das Präparat wurde zur Senkung der Blutfettwerte und gegen Übergewicht bei Diabetes-Patienten verschrieben. Insgesamt sollen fünf Millionen Menschen das Mittel eingenommen haben, das zu einer Verdickung der Herzklappen führen kann. 2.000 Patienten starben. Die französische Arzneimittelaufsicht nahm das Medikament erst 2009 vom Markt, obwohl die Gefährlichkeit bereits in den 90er Jahren bekannt gewesen sein soll. - In Deutschland bekam das Präparat keine Zulassung.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)