21. März 2013

Psychologen wollen extreme Schüchternheit bei Kindern therapieren

Es gibt Kinder, die keine Ahnung haben, wie sie mit Gleichaltrigen Kontakt aufnehmen sollen und worüber sie mit ihnen reden könnten.

Solche ängstlichen Kinder sind sozial isoliert. Darauf weist der Psychologe Manfred Döpfner von der Uni Köln in der "Frankfurter Rundschau" hin. Er sagt: Das Problem des sozial ängstlichen Kindes wurde lange von der Fachwelt unterschätzt. Das liege unter anderem daran, dass stille, schüchterne Kinder als angenehm empfunden würden. Dabei habe man aber übersehen, dass sie extrem leiden.

Um das zu ändern, untersuchen Döpfner und sein Team gerade, mit welchen Therapien man den Kindern helfen kann. In einer Vergleichsstudie testen sie zwei Ansätze. 50 Kinder werden schrittweise mit angstmachenden Situationen konfrontiert, bis sie ihre Angst verlieren. Bei weiteren 50 wird das Selbstwertgefühl stabilisiert, indem ihre Stärken herausgestellt werden. Laut Döpfner spielen übrigens auch die Eltern eine Rolle. Sie überschätzten häufig Gefahren und unterschätzten die Risiken von überbehütendem Verhalten.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)