27. März 2013
Im Zusammenhang mit der Verteilung der Journalistenplätze beim NSU-Prozess in München ist häufiger die Rede vom "Windhundverfahren". Was ist das eigentlich?
Es ist schlicht die wirtschaftswissenschaftliche Bezeichnung für das Prinzip: "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst." Laut Gabler Wirtschaftslexikon handelt es sich um ein Verteilungsverfahren, in dem Kontingente und Lizenzen nach dem Zeitpunkt der Antragstellung vergeben werden. Dabei gibt es keine Quotierung.
Bezogen auf die Journalisten bedeutet das: Wer zuerst seinen Online-Antrag abgeschickt hatte, kriegt auch eine sicheren Platz - unabhängig davon, welches Medium anfragt. Das Verfahren steht in der Kritik, weil es keine türkischen Medien auf die Liste geschafft haben. Mit einer Quote für ausländische Berichterstatter hätte das möglicherweise anders ausgesehen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)