27. März 2013

Taube Blindfische: Manchmal ist es besser, schlecht zu hören

Dieser Blindfisch ist auch noch fast taub.

Wie Forscher der Yale Universität melden, haben mehrere Höhlenfischarten ihr Gehör zurückgebildet - und das, obwohl sie schon schlecht sehen. Die Wissenschaftler hatten mit Elektroden am Kopf der Fische gemessen, wie gut die Tiere in bestimmten Frequenzbereichen hören. Dabei verglichen sie Höhlenfische mit solchen, die in der Nähe der Wasseroberfläche leben. Ergebnis: Im niedrigen Bereich hören alle Fische recht gut, bei hohen Tönen versagt das Gehör der Höhlenfische allerdings - während andere Fische Töne in diesem Bereich durchaus gut wahrnehmen.

Als Grund vermuten die Forscher die besondere Geräuschkulisse in Höhlen und unterirdischen Flussläufen: Mit Mikrofonen hatten sie in Höhlen nachgemessen und festgestellt, dass Turbulenzen im Wasser und Tropfen, die von der Decke fallen, ein ständiges Hintergrundrauschen erzeugen - und zwar im Hochtonbereich. Das schlechte Gehör der Blindfische hilft also, das Rauschen auszublenden, und ist damit ein Überlebensvorteil.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)