28. März 2013

Chinesische Schülerinnen protestieren gegen "Feine-Damen-Unterricht"

Es hört sich ein bisschen an wie das, was junge Frauen in Deutschland in den 50er Jahren zu lernen hatten:

Eine Schule in der südchinesischen Stadt Guangzhou bietet ihren Schülerinnen Kurse "zur Ausbildung als feine Dame und tugendhafte Frau". Die Mädchen lernen, wie man kocht, strickt, eine gepflegte Unterhaltung führt und sich in Gesellschaft verhält. Dagegen haben Schülerinnen jetzt mit Wollknäueln und Sojasaucenspendern bewaffnet demonstriert. Sie werfen der Schulleitung vor, dass Frauen durch das Unterrichtsangebot diskriminiert werden. Ihnen werde ein traditionelles Frauenbild vermittelt - dabei sollten sie sich lieber um Chancengleichheit in Bildung und Beruf bemühen. Der Damen-Unterricht könnte nach Ansicht der Demonstrantinnen die Leistungen in wissenschaftlichen Fächern verschlechtern - und die jungen Frauen dadurch schlechtere Chancen bei Hochschulaufnahmetests haben.

Die betroffene Schule wurde im 19. Jahrhundert von einer US-amerikanischen Missionarin gegründet. Damals war sie eine der ersten Schulen in China, die überhaupt Bildung für Mädchen anbot.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)