4. April 2013

Französisches Enthüllungsportal will klein bleiben

Der bislang letzte große Erfolg des Enthüllungsportals "Mediapart" war ein Politiker-Rücktritt Mitte März: der von Frankreichs Haushaltsminister Jérôme Cahuzac, und zwar nachdem ihm das Portal nachgewiesen hatte, heimlich ein Konto in der Schweiz zu führen.

"Mediapart" will trotz des Erfolgs aber kein "großer Ozeandampfer" werden, sondern ein "kleines dynamisches Schiff" bleiben. Das sagte Portal-Chef Edwy Plenel der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Das Problem der großen Presseunternehmen sei heute, dass sie zu schwerfällig und arbeitsteilig geworden seien. Er habe dagegen nur sieben Mitarbeiter und könne schnell auf Nutzerwünsche reagieren - zum Beispiel in Sachen Apps. Außerdem soll das investigative Medium möglichst unabhängig bleiben - deswegen verzichtet Plenel nach eigenen Angaben auf Werbung und staatliche Subventionen. Die machen in Frankreich inzwischen zehn Prozent des gesamten Presseumsatzes aus.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)