4. April 2013
Die Beziehung zwischen Lesern und den Nachrichtenmachern war nie wichtiger als heute.
Das glaubt Margaret Sullivan, Ombudsredakteurin der "New York Times", die eine Art Schiedsrichterin zwischen Lesern und Redaktion sein soll. Sie will zum Beispiel transparent machen, wie die Zeitung funktioniert und warum etwas auf der Titelseite landet. Trotzdem, hat die "Süddeutsche Zeitung" beobachtet, sehen viele US-Redaktionen den Ombudsredakteur, auf Englisch "Public Editor", als Gegner oder lästigen Kritiker. So habe die "Washington Post" den Posten gerade abgeschafft und durch einen harmlosen und wenig unabhängigen Leserbrief-Redakteur ersetzt. Dabei sollte es gerade diese Zeitung besser wissen, argumentiert die "SZ" - in den 80er Jahren habe der damalige "Public Editor" die Glaubwürdigkeit der "Post" gerettet. Damals hatte eine Journalistin eine Reportage über einen angeblich achtjährigen Heroinabhängigen erfunden - deswegen musste sie ihren Pulitzer-Preis zurückgeben.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)