8. April 2013

Saddams Sturz hat dem Kulturleben im Irak nicht geholfen

Vor gut zehn Jahren wurde der irakische Diktator Saddam Hussein gestürzt.

Nicht nur die Kulturschaffenden knüpften daran große Hoffnungen, sie wurden jedoch enttäuscht. So sieht es zumindest der irakische Schriftsteller Najem Wali, der heute in Deutschland lebt.

In der "Neuen Zürcher Zeitung" schreibt er, die alltäglichen Probleme im Irak ließen kaum eine kulturelle Entfaltung zu. In den vergangenen zehn Jahren seien nicht mehr als zehn Romane erschienen - das sei mehr als dürftig, zu Saddams Zeiten seien die Kreativen im Geheimen produktiver gewesen.

Die Schuld dafür sieht er im Chaos, in dem der Irak versunken sei. Manchmal fehle es den Autoren schlicht am Licht, um zu arbeiten - wegen der ständigen Stromausfälle. Zusätzlich würden sie gehemmt durch religiöse Extremisten, kriminelle Banden und den korrupten Staatsapparat.

Profitiert hätten von Saddams Sturz allerdings die Medien. Mit dem Ende der Zensur seien Dutzende von Satellitensendern und internationalen Radiostationen entstanden. Viele Kulturschaffende seien dort untergekommen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)