8. April 2013

Hilfsorganisationen fordern von EU mehr Einsatz gegen Biopiraterie

Wenn Pharma- oder Saatgutkonzerne unrechtmäßig das Wissen von Ureinwohnern nutzen, nennt man das Biopiraterie. Die Konzerne melden auf ihre Entwicklungen Patente an und andere können die gleiche Idee dann nicht mehr verkaufen. So entgeht besonders armen Ländern viel Geld.

Eine Gruppe von Hilfsorganisationen wirft der EU vor, dass sie zu wenig gegen solche Biopiraterie unternimmt. 2010 haben sich alle UNO-Staaten eigentlich dazu verpflichtet, Biopiraterie zu bekämpfen. Völker, deren Wissen verwendet wurde, sollen an den Gewinnen beteiligt werden. Die Hilfsorganisationen kritisieren, dass die Regeln von 2010 zu unkonkret sind. Es habe noch keine Verbesserung gegeben. Die Organisationen fordern, dass die EU Konzerne stärker überwacht und Strafen verhängt, wenn gegen Auflagen der Anti-Biopiraterie verstoßen wird.

Ein Beispiel für Biopiraterie ist das Brustkrebsmedikament Ixempra. Das wurde aus einer südafrikanischen Pflanze entwickelt und in den 80er Jahren von einem Deutschen nach Deutschland gebracht. Kritikern zufolge hat das Medikament allein im vergangenen Jahr einen Umsatz von mehr als 90 Millionen Euro gebracht. Das Herkunftsland sei daran aber nicht beteiligt worden.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)