9. April 2013
Wie stark haben Norweger im Zweiten Weltkrieg mit Deutschen zusammengearbeitet?
Diese Frage ist in Norwegen immer noch heiß diskutiert. Heute vor 73 Jahren begann die Wehrmacht in das skandinavische Land einzufallen und es zu besetzen. Der norwegische Historiker Hans Otto Frøland heizt die Debatte an diesem Jahrestag wieder an. Er behauptet, besonders in der Industrie gab es eine große Bereitschaft, mit den Deutschen zu kooperieren, zum Beispiel bei Aluminiumproduzenten und Energieliefernaten. Dabei handelte es sich keineswegs um überzeugte norwegische Nationalsozialisten, wie häufig angenommen. Die Gründe waren sehr pragmatisch: Die Industriellen wollten Geld verdienen und hätten darauf gesetzt, dass Deutschland den Krieg gewinnt. Frøland kritisiert die norwegische Geschichtsschreibung als selektiv. Sie stelle die Norweger als kleines Volk dar, das heldenhaften Widerstand geleistet habe. Die Wahrheit habe aber mehr Nuancen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)