9. April 2013
Der Gletschermann Ötzi hatte schlechte Zähne.
Das konnten Forscher der Universität Zürich nachweisen. Die Sie werteten computertomographische Daten des Gebisses aus. Schon vor mehr als 5.000 Jahren plagten ihn demnach Karies und Parodontitis. Außerdem war einer seiner Frontzähne abgestorben, wahrscheinlich wegen eines Unfalls.
Die Erkenntnisse liefern laut den Forschern Hinweise auf das damalige Ernährungsverhalten und zur Evolution von Zahnkrankheiten. Zwar habe Ötzi wohl kaum seine Zähne geputzt. Die abschleifende Nahrung habe jedoch viel zur Selbstreinigung beigetragen. Außerdem zeugten seine unfallbedingte Zahnschäden wie seine anderen Verletzungen vom rauen Leben in der damaligen Zeit.
Ötzi gilt als älteste Feuchtmumie der Welt. Seit ihrer Entdeckung im Jahre 1991 im Südtirol haben unzählige wissenschaftliche Untersuchungen stattgefunden.
Die Studie ist im "European Journal of Oral Sciences" veröffentlicht. Beteiligt waren auch die US-amerikanische und italienische Wissenschaftler.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)