10. April 2013
In unserer Rubrik "Rückspiegel" schauen wir heute nach Südafrika, auf das Ende der Apartheid.
Eine entscheidende Figur dabei war - neben Nelson Mandela - der ehemalige Guerilla-Kämpfer Chris Hani. Er war Chef der Kommunistischen Partei und führte die schwarze Freiheitsbewegung mit an. Von Sambia aus organisierte er den bewaffneten Kampf. Hani gilt als schillernde Persönlichkeit. Er sprach Latein, konnte sich für Shakespeare begeistern und trat immer im Tarnanzug mit Leibwächtern auf.
Im Frühjahr 1993 schloss er sich der Friedensbewegung an und wurde so zur Zielscheibe für ein Mordkomplott. Heute vor 20 Jahren betrat ein weißer Mann sein Grundstück und erschoss Hani aus nächster Nähe.
Den Mord in Auftrag gegeben hatte ein Ehepaar aus dem rassistischen Milieu. In der Wohnung des Mörders fand sich eine Liste mit den Namen von Politikern und Journalisten, die auch ermordet werden sollten. Das Attentat brachte Südafrika an den Rand eines Bürgerkriegs, doch zugleich gewannen dadurch vor allem die gemäßigten Verhandlungspartner auf beiden Seiten an Einfluss - und das war eine wichtige Grundlage für den friedlichen Übergang von der Rassentrennung zur Gleichstellung der Schwarzen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)