10. April 2013

Mediziner kritisiert Zulassungsverfahren für Medikamente

Das deutsche Zulassungsverfahren für neue Medikamente ist schlecht für den medizinischen Fortschritt.

So könnte man die Kritik eines Bonner Hirnforschers zusammenfassen. Der Hintergrund: Nur wenn ein Wirkstoff nachweislich besser ist als vorhandene Arzneimittel, darf er auch mehr kosten. Christian Elger von der Uniklinik Bonn meint, diesen Mehrwert könne man aber mit den Daten, die man erheben kann, nie beweisen. Dafür seien vergleichende Studien nötig, und für die brauche man teilweise Jahre. Den Nachweis des Mehrwerts müssten die Hersteller aber schon nach einem halben Jahr erbringen. Elger kritisiert, dass so ein Medikament nach dem anderen "abgeschossen" werde.

Für die Überprüfung zuständig ist der Gemeinsame Bundesausschuss. Der gab zu, dass bei den klinischen Studien Verbesserungsbedarf besteht. Man arbeite aber daran, dass die klinischen Studien der Pharma-Unternehmen aussagekräftiger würden.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)