11. April 2013
15 Monate lang wurde vor Gericht verhandelt, jetzt ist das Verfahren eingestellt worden.
Der Anklage zufolge sollen Unternehmer zwischen 2003 und 2006 Klärschlamm aus Belgien und den Niederlanden nach Deutschland gebracht und anschließend als Dünger verkauft haben. Das Problem: Der Klärschlamm war offenbar mit der Industriechemikalie PFT verseucht. PFT steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Der Dünger verunreinigte Felder und Gewässer in Nordrhein-Westfalen, mehrere Gemeinden mussten Reinigungskosten in Millionenhöhe zahlen.
Das Gericht stellte das Verfahren gegen die fünf Angeklagten jetzt ein. Der Grund: Eigentlich hätte man ermitteln müssen, ob die Verseuchung allein Schuld der Angeklagten war, oder, ob schon vorher PFT in der Umwelt war. Das hätte allerdings zu lange gedauert und zu viel gekostet. Die Angeklagten müssen jetzt 440.000 Euro zahlen, vorbestraft sind sie damit nicht.
Die Staatsanwaltschaft bezeichnete die Geschichte als "einmaligen Umweltskandal", teilte aber mit, die Justiz sei in diesem Fall an ihre Grenzen gestoßen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)