15. April 2013
Als Frau auf dem Tahrir-Platz im ägyptischen Kairo zu demonstrieren, ist gefährlich. Immer wieder kommt es zu sexuellen Übergriffen durch Männergruppen.
Die ägyptische Bloggerin Ghada Abdelaal schreibt in der "Neuen Zürcher Zeitung", die Übergriffe seien koordinierte Aktionen, die zum Ziel hätten, Frauen zum Schweigen zu bringen. Frauen würden in der Gesellschaft als Sünderinnen begriffen. Das habe auch damit zu tun, dass die jetzigen Machthaber diese intolerante Einstellung gegenüber Frauen lange verbreitet hätten. Eine Frau, die Freiheit einfordere, sei unmöglich. Ghada Abdelaal bezeichnet die sexuellen Übergriffe als "neue Ära des Verbrechertums". Allerdings sieht sie auch Fortschritte: immerhin sprächen Frauen jetzt über solche Vorfälle und wehrten sich. Der Kampf zwischen der ägyptischen Staatsmacht und den Frauen habe gerade erst begonnen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)