16. April 2013
Wenn man keinen Chef haben will, muss man es halt selbst machen. Dazu konnte man hierzulande zum Beispiel bis zum Jahr 2006 eine Ich-AG gründen. Was das genau ist, erklären wir passend zum Tagesthema "Selbstständigkeit" in unserer Rubrik "Glasklar".
Eine Ich-AG ist ein Einzelunternehmen, das ein Arbeitsloser gegründet und für das er einen Existenzgründungszuschuss bekommen hat. Ich-AG ist zwar kein amtliches Wort, wurde aber von den Autoren des Hartz-Konzeptes im Jahre 2002 geprägt und verbreitete sich dann. Der Gründungszuschuss gehörte zur Arbeitsmarktpolitik der damaligen rot-grünen Regierung. Mit ihm sollten Arbeitslosen leichter in die Selbständigkeit einsteigen können. 2006 lief diese Maßnahme wieder aus.
2002 wurde das Wort "Ich-AG" zum Unwort des Jahres gewählt. In der Begründung hieß es: "Da ein Individuum keine Aktiengesellschaft sein kann, ist die Wortschöpfung nicht nur lächerlich unlogisch, sondern stuft menschliche Schicksale auf ein sprachliches Börsenniveau herab."
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)