17. April 2013

Schuldenkrise: Forscher zweifeln viel zitierte Studie an

Ein hochverschuldeter Staat bekommt Probleme mit seiner Wirtschaft.

So steht es in einer Studie von Harvard-Professoren aus dem Jahr 2010. Wichtigste These: Wenn der Schuldenstand eines Landes 90 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmacht, wird das Wirtschaftswachstum langsamer. Seitdem die Studie erschienen ist, haben sich viele Staaten bei ihren Sparpropgrammen darauf berufen. Auch die zwanzig führenden Industrienationen diskutieren darüber, ob sie ihre Schulden auf unter 90 Prozent drücken wollen.

Wissenschaftler aus Massachussetts zweifeln die Ergebnisse jetzt aber an. Sie sagen, bei diesem Schuldenstand schrumpfe die Wirtschaft nicht, sie wachse. Die Kollegen aus Harvard hätten Fehler bei der Auswahl der Daten und ihrer Gewichtung gemacht. Natürlich hätten hohe Staatsschulden auch Auswirkungen auf die Wirtschaft - aber die 90-Prozent-Schwelle gebe es nicht.

Die Autoren der Harvard-Studie verteidigten ihre Ergebnisse, gaben aber zu, dass noch weiter geforscht werden müsse.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)