17. April 2013

Indische Autorin Roy: Indien wird nur von Gewalt zusammengehalten

Indien ist kein Hippie-Paradies, sondern tötet Menschen.

Die Autorin Arundhati Roy räumt in der "Süddeutschen Zeitung" mit vielen Klischees auf, die für sie fern der Realität sind. Roy ist mit dem Buch "Der Gott der kleinen Dinge" berühmt geworden, in dem sie auch Teile ihrer Kindheit in Indien verarbeitet. Roy geht mit ihrem Heimatland hart ins Gericht: Seit 1947 sei kein Jahr vergangen, in dem die Armee nicht gegen die eigenen Leute eingesetzt wurde. In den Gefängnissen seien im vergangenen Jahr 3.000 Menschen gestorben. Außerdem spricht sie von "Poltergeistern", die den Fortschritt begleiteten: von Umweltschäden wie kahlen Bergen, trockenen Brunnen und toten Flüssen; außerdem von 800 Millionen Menschen, die verarmt oder enteignet seien - um einem verhältnismäßig kleiner Mittelschicht Platz zu machen.

Nach Meinung von Roy wird Indien vor allem von Gewalt zusammengehalten und nicht von Spiritualität. Sie findet Lob für Wachstum und Fortschritt in Indien nicht gerechtfertigt - und vergleicht ihr Land eher mit einem Unrechtsregime.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)