19. April 2013

Politikwissenschaftler verurteilt den Fall Wulff als bösartigen Exzess

Er spricht von einem Skandalisierungsexzess sondergleichen.

Der emeritierte Politikwissenschaftler Bernhard Blanke verurteilt die Medien und das Volk im Zusammenhang mit der Affäre um Ex-Bundespräsident Wulff mit scharfen Worten. In der "Süddeutschen Zeitung" schreibt er von einer bösartigen Kampagne gegen Wulff und von einer inszenierten Vertrauenserosion.

Die Besonderheit des Falls liegt Blanke zufolge darin, dass die Medien nicht nur Informationen vermittelt, sondern sich zu politischen Mitwirkenden aufgeschwungen hätten. Dadurch hätten Meinungen eine anscheinend repräsentative Qualität bekommen. Jeder habe sich als Privatperson aufgefordert gefühlt, sein Leben mit dem des Bundespräsidenten zu vergleichen. Einen solchen Exzess, an dem sich die große Mehrheit beteiligt habe, habe es vorher nie gegeben.

Letzte Woche hatte die Staatsanwaltschaft Hannover Anklage gegen Wulff erhoben - wegen Bestechlichkeit. Das Angebot, das Verfahren gegen eine Geldzahlung einzustellen, hat Wulff abgelehnt. Er will komplett rehabilitiert werden.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)