19. April 2013

Chinesischer Blogger warnt zu Recht vor Erdbeben - und wird selbst verwarnt

Ist es verboten, Menschen vor einem drohenden Erdbeben zu warnen?

In China schon, wenn die Warnung nicht von einer staatlichen Stelle ausgesprochen wird, sondern von einer Privatperson. Ein Internetblogger wusste sich dort jedoch nicht mehr anders zu helfen. Er hatte das Erdbebenrisiko für die Provinz Yunnan nach eigenen Angaben aus Messdaten herausgelesen, die auf der Internetseite der staatlichen Erdbebenbehörde standen. Die Behörde sprach trotzdem keine Warnung aus, und auch mehrere Zeitungen nahmen die Hinweise nicht ernst. Daraufhin postete der Blogger die Warnung einfach selbst und stellte auch eine Karte ins Netz, in der er die bedrohte Gegend markierte.

Er sollte Recht behalten: Vorgestern bebte in Yunnan die Erde, fast 500 Häuser wurden zerstört und mehrere Menschen verletzt.

Die Erdbebenbehörde blieb trotzdem dabei, dass der Mann gegen das Gesetz verstoßen habe. Private Warnungen träfen in der Regel nicht zu und beunruhigten nur die Bevölkerung. Warum die Behörde selbst die Gefahr verschwiegen oder nicht erkannt hatte, sagte der Sprecher nicht.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)