23. April 2013
In unserer Rubrik "Glasklar" werfen wir einen Blick ins Lexikon und fragen uns, passend zum Tagesthema: Was ist eigentlich "Fensterln" ?
Das Fensterln ist eine inzwischen fast bedeutungslos gewordene Form der Brautwerbung, die vor allem im süddeutschen Raum und Österreich verbreitet war. Dabei machte der Mann der Geliebten heimlich seine Aufwartung, um ihr seine Liebe zu beweisen. Er kletterte nachts mit Hilfe einer Leiter zu ihrem Fenster hoch und wenn er Glück hatte, wurde er eingelassen.
Das Fensterln war früher als Brauchtum geduldet und eine Möglichkeit, sich den strengen dörflichen Sitten zu entziehen. Andere lokale Bezeichnungen sind "bettfreien", "auf Karess gehen", "gasseln" oder "ans Lehmloch gehen".
In Hessen kann dieser Brauch heutzutage gefährlich werden. Das Amtsgericht Frankfurt am Main urteilte, dass Fensterln kein kulturelles Erbe, sondern schlichtweg Hausfriedensbruch darstellt.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)