23. April 2013

Kershaw: "Mein Kampf" hätte schon früher zugänglich gemacht werden sollen

"Es gibt nichts, wovor man in "Mein Kampf" Angst haben müsste."

Dieser Ansicht ist der britische Historiker und Hitler-Biograf Ian Kershaw. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur nannte er es einen Fehler, diese - Zitat - "überladene Produktion Hitlers", die ohnehin im Internet verfügbar sei, zu mystifizieren. Deutschland habe eine intakte Demokratie, da sei es besser, sich dem Buch zu stellen, als es zu verstecken. 2015 laufen Hitlers Urheberrechte an dem Buch aus. Bayern plant, dann eine kommentierte Ausgabe des Propagandawerks zu veröffentlichen.

In dem Gespräch warnte Kershaw aber auch vor einem neuen Nationalismus und Rassismus. Im Vergleich zu den 1920er und 30er Jahren sei das heutige Europa aber sehr pazifistisch, die Militärausgaben gemessen am Bruttosozialprodukt relativ klein.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)