26. April 2013
Zu viel Arbeit kann uns krank machen. Aber auch wer keinen Job hat, der leidet darunter.
Mit diesen zwei Gesichtern der Arbeit setzt sich der Psychotherapeut Joachim Bauer auseinander. Er sagte im "Deutschlandfunk", dass Menschen nicht leben können, ohne kreativ zu sein, ohne etwas zu produzieren. Wenn wir dazu keine Möglichkeit haben, dann ist das für das Gehirn eine Notsituation. Allerdings muss es nicht unbedingt klassische Arbeit sein. Auch Hobbys machen zufrieden, wenn wir dafür von anderen bewundert oder gelobt werden.
Bauer hat sich auch mit der Kehrseite der Arbeit beschäftigt, dem Burn-out. Von der These, Burn-out sei eine Mode-Diagnose und nichts anderes als Depression, hält er nichts, schließlich hänge Burn-out immer mit dem Arbeitsplatz zusammen. Depression dagegen habe mit dem gesamten Menschen zu tun. Bauer warnt davor, die Erschöpfung am Arbeitsplatz allein zum psychiatrischen Problem zu machen. Er sagt: Schlechte Arbeitsbedingungen können nicht mit Psychopharmaka behandelt werden.
Das ganze Interview der Sendung "Studiozeit" gibt's hier zum Hören und Lesen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)