30. April 2013
Einig waren sie sich nur darüber, dass sie sich nicht einig waren.
Die Mitglieder des Deutschen Ethikrates haben über die Bluttests zur Früherkennung des Down-Syndroms bei Embryonen beraten. Dabei sind sie allerdings nicht zu einer einheitlichen Beurteilung gekommen. Der umstrittene Bluttest für Schwangere ist seit August in Deutschland verfügbar. Kritiker lehnen die Untersuchung ab, weil sie nach ihrer Auffassung allein dazu dient, behinderte Kinder abzutreiben. Befürworter argumentieren dagegen, durch den neuen Test könnten für ungeborene Kinder gefährliche Fruchtwasseruntersuchungen vermieden werden.
Auch der Ethikrat ist gespalten. Die Mehrheit der Mitglieder sprach sich dafür aus, dass der Test nur bei einem erhöhten Risiko für eine genetisch bedingte Erkrankung eingesetzt werden soll. Eine andere Gruppe des Ethikrates ist aber dagegen. Und eine wieder andere Gruppe will nicht, dass der Bluttest öffentlich gefördert und von den Krankenkassen übernommen wird. Die Sachverständigen prüfen im Auftrag der Bundesregierung, welche ethischen Probleme genetische Untersuchungen aufwerfen und ob Gesetze angepasst werden müssen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)