7. Mai 2013

Chinesisches Magazin wegen Bericht über Folter in Arbeitslagern unter Druck

Schlimme Gerüchte gab es schon lange.

Aber noch nie hat ein Medium so detailliert über die Zustände in chinesischen Arbeitslagern berichtet wie "Lens Magazine". Das bekommen seine Macher jetzt zu spüren. Wie ein Mitarbeiter bestätigte, verhindern die Behörden im Moment, dass die Mai-Ausgabe erscheint. Außerdem berichten Journalisten, dem Magazin solle die Lizenz entzogen werden.

Im April-Heft hatte ein Reporter über den Alltag im Lager Masanja im Nordosten Chinas geschrieben. Frauen würden dort zu schwerer Arbeit gezwungen, bestraft und brutal gefoltert. Die chinesische Zensur löschte den Bericht zwei Tage nach seinem Erscheinen. In Internetforen wurde aber noch wochenlang darüber diskutiert. Von offizieller Seite hieß es, der "Lens"-Reporter habe die Realität verzerrt.

Schätzungen zufolge sitzen in China zurzeit 1,6 Millionen Menschen in Arbeitslagern. Lagerhaft kann auch ohne offiziellen Gerichtsentscheid verhängt werden, zum Beispiel von der Polizei.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)