7. Mai 2013
Die einen finden es unangenehm, aber nötig, die anderen finden es einfach nur unerträglich.
Das Theaterstück über das Manifest des norwegischen Terroristen Anders Behring Breivik hat am Wochenende dennoch mehrere Theaterpreise bekommen. "Manifest 2083" ist ein Monolog auf der Basis des 1.500 Seiten langen Manifests von Breivik.
Jetzt protestieren Angehörige der Opfer von Breiviks Anschlägen im Juli 2011. Ein Sprecher sagte, das Stück hätte gar nicht aufgeführt werden dürfen. Es sei falsch, eine Inszenierung zu würdigen, die ihren Ausgangspunkt im Bösen habe und das vor der Tat verfasste Manifest verherrliche. Die Jury verteidigte ihre Entscheidung und bezeichnete das Werk als notwendig, weil es eine Problematik aufgreife, die alle etwas angehe.
Der dänische Autor des Stücks Christian Lollike hat den Reumert-Bühnenkunstpreis in der Kategorie "Dramatiker des Jahres" und den "Sonderpreis der Jury" bekommen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)