8. Mai 2013
"Wir waren immer Europäer und wurden mit Gewalt aus Europa herausgerissen."
Das sagt Litauens Präsidentin Dalia Grybauskaite im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Litauen wurde 1940 von sowjetischen Truppen besetzt und trat unter Druck der Sowjetunion bei. 1990 erklärte sich das Land als erste Sowjetrepublik unabhängig, 2004 wurde es Mitglied der EU. Dass die Litauer die derzeitige europäische Finanzkrise gelassener hinnehmen, als viele andere EU-Bürger, liegt laut Grybauskaite vielleicht daran, dass das Land schon schlimmere Zeiten durchlebt hat. Außerdem habe sie selbst drei Jahre lang fünfzig Prozent ihres Gehalts zurückgegeben, und dem Volk damit Solidarität bewiesen. Grybauskaite erhält morgen den Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen. Er wird für Verdienste um die Europäische Einigung verliehen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)