10. Mai 2013

Rückspiegel: Vor 60 Jahren wurde aus Chemnitz Karl-Marx-Stadt

Im Rückspiegel blicken wir in die ehemalige DDR.

Vor 60 Jahren wurde Chemnitz in Karl-Marx-Stadt umbenannt. Zwar hörte die Stadt damals schon mehr als 800 Jahre auf den Namen Chemnitz. Aber die DDR-Oberen hatten das Jahr 1953 offiziell zum Karl-Marx-Jahr erklärt. Außerdem galt Chemnitz als das sächsische Manchester - aufgrund seiner Industrie und der starken Arbeiterbewegung. Also beschloss der DDR-Ministerrat, der Stadt einen neuen Namen zu geben. DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl erklärte den Chemnitzern bei der offiziellen Zeremonie, warum sie darüber froh sein sollten. Schließlich schauten die Bewohner der Stadt nicht rückwärts, sondern nach vorne - auf den Sozialismus. Außerdem würden sie ja dem Begründer der sozialistischen Lehre Karl Marx mit Liebe und Verehrung begegnen.

Am 23. April 1990 durfte dann das Volk über den Namen der Stadt abstimmen. 76 Prozent der Bürger stimmten für "Chemnitz".

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)