10. Mai 2013

Viel Aktivität = viele Gehirnzellen

Das Gehirn wächst an seinen Aufgaben.

Diesen Schluss ziehen deutsche Forscher nach Experimenten an Mäusen. Wie sie im Fachjournal "Science" schreiben, fördert eine reichhaltige Umwelt die Bildung einer individuellen Hirnstruktur. Bei den untersuchten Tieren beeinflussten Erfahrungen die Neubildung von Nervenzellen und führten zu messbaren Veränderungen im Gehirn. Laut dem Studienleiter lassen sich diese individuellen Unterschiede weder auf Gene noch auf die Umwelt zurückführen. Alle Mäuse hätten das gleiche Erbgut und seien gleichen Umweltbedingungen ausgesetzt gewesen.

Das Experiment zeigt den Forschern zufolge, dass die individuelle Lebensführung einen starken Einfluss auf das Gehirn hat. Außerdem ist demnach ein wichtiger Schritt zur Klärung der Frage gelungen, wie Lebewesen zu Individuen werden, die sich durch ihre persönliche Hirnstruktur und ihr Verhalten von anderen unterscheiden.

Die Forscher hatten die Mäuse in ein Gehege mit großem Angebot zur Beschäftigung und Erkundung gesetzt. Dann wurde von jedem Tier ein Bewegungsprofil erstellt. Das Ergebnis: Starke Aktivität habe zu mehr neuen Nervenzellen geführt. In einem weiteren Versuch setzte das Team Mäuse in ein eher karges Gelände. Bei diesen Tieren hätten sich wesentlich weniger Gehirnzellen gebildet als bei den anderen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)