10. Mai 2013
Eigentlich hätten auch die Bücher der schwedischen Literaturnobelpreisträgerin Selma Lagerlöf verbrannt werden müssen.
Das berichtet die Stockholmer Tageszeitung "Svenska Dagbladet" zum 80. Jahrestag der großen Bücherverbrennung in Deutschland. Lagerlöf selbst habe 1933 an eine Freundin geschrieben: "In wenigen Tagen werden meine Bücher vermutlich auch auf deutschen Plätzen in Flammen aufgehen. Deutschland ist rachelüstern unter seinem neuen Regime und verzeiht mir nicht, dass ich Juden helfen will."
Der Grund war ein vorher veröffentlichter Appell, in dem sich die Schriftstellerin offen für verfolgte jüdische Intellektuelle einsetzte. Trotzdem erschienen mehrere ihrer Geschichten sogar als sogenannte Feldpost- und Frontbuchausgaben. Die Zeitung vermutet: Letztlich waren die Bücher nicht politisch genug, um verbrannt zu werden.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)