13. Mai 2013
"Man ist wie in einer Seifenblase, hermetisch von den Dingen entkoppelt".
So beschreibt ein ehemaliger Kandidat einer Casting-Show seine Teilnahme an dem TV-Format. Das Zitat stammt aus einer Studie des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen. Es wollte wissen, wie sich die Auftritte in Casting-Shows langfristig auf die Psyche der Jugendlichen auswirken.
Das Münchner Institut befragte 59 ehemalige Teilnehmer und teilte sie danach in Gruppen ein. Immerhin etwa ein Drittel der Befragten konnte die Show als professionelles Sprungbrett für die weitere Karriere nutzen. Eine andere Gruppe zeigte sich nach gutem Beginn über ihre Stigmatisierung als Verlierer enttäuscht.
Viele Befragte litten unter dem herablassenden Umgang mit ihrer Person und entwickelten dabei unterschiedliche psychologische Verarbeitungsmuster. Sie reichten von krampfhafter Selbst-Bejahung bis hin zur zeitweisen Selbstaufgabe. Die Produzenten der Shows sicherten sich dagegen vertraglich gegen mögliche physische und psychische Folgen ab.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)