13. Mai 2013

Theorie widerlegt: große Junk-DNA doch nicht immer nötig

Wir Menschen schleppen viel Müll mit uns herum.

98 Prozent unserer DNA ist Junk-DNA, das sind Wiederholungen von Genen und Bruchstücke, die lange als funktionslos galten. Mittlerweile hat sich aber die Auffassung durchgesetzt, dass diese Müllhalde ganz entscheidend ist. Sie gilt als eine Art Steuerpult, das die Funktionsweise unserer Gene kontrolliert.

Bis der Zwerg-Wasserschlauch kam. Diese Wasserpflanze wirft die ziemlich frische Theorie der nützlichen Müllhalde wieder über den Haufen. Der Zwerg-Wasserschlauch ist ein Fleischfresser, was an sich schon bemerkenswert ist. Die Pflanze hat aber auch das kleinste bisher bekannte Genom der höher entwickelten Pflanzenwelt, und das deshalb, weil sie so gut wie keine Junk-DNA hat. Forscher aus Guanajuato in Mexiko konnten nur drei Prozent davon finden.

Sie kommen zum Schluss, dass man Junk-DNA entgegen der gängigen Annahme nicht immer braucht. Im Fachblatt "Nature" schreiben sie, es gebe offenbar auch alternative Evolutions-Strategien. Nicht funktionierende DNA-Bereiche müssten nicht zwangsläufig ausgelagert werden.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)