13. Mai 2013

Psychiater: "Normalität wird zum Luxus"

Psychiater haben eine eigene Bibel - das "Diagnostische und statistische Handbuch für psychische Erkankungen".

Es legt die Grenzen zwischen Normalität und Störung fest und bestimmt so zum Beispiel, wann ein Mensch eine Therapie oder Medikamente braucht. In den USA ist jetzt eine neue Auflage des Buchs mit neuen Kriterien erschienen. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet über die Kritik.

Der Autor der Vorgänger-Version, Allen Frances beklagt, dass mit den neuen Kriterien viel mehr Menschen als krank eingestuft werden können. Bislang sei es zum Beispiel normal gewesen, dass ein Angehöriger zwei Monate nach einem Todesfall trauert - jetzt könne schon nach zwei Wochen eine Depression diagnostiziert werden.

Die neue Kriterien führen laut Frances zu einer Diagnose-Hyperinflation, und die Pharmaindustrie nutze das aus, um möglichst viele Medikamente zu verkaufen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)