15. Mai 2013

Computer verändern Arbeit der Literaturwissenschaft

4.000 Bücher - so viele schafft ein interessierter Leser nach Angaben eines Forschers in seinem Leben.

Das sei eigentlich zu wenig. Abhilfe schafft da der Computer. Die "Süddeutsche Zeitung" beschäfigt sich mit seiner Rolle in der Literaturwissenschaft. Denn heute ist es möglich, das Lebenswerk eines Autors mit einem Suchbefehl zu durchforsten, anstatt es selbst gelesen zu haben. An den Unis in Bonn, Göttingen und Leipzig würden auf diese Weise Romane nach Spuren aus der Luther-Bibel durchsucht. Forscher der Uni Darmstadt untersuchten, wie sich einzelne Fachbegriffe über hunderte Jahre in der Literatur ausgebreitet hätten.

An solcher Technik in der Literaturforschung gibt es auch Kritik. Der Kommunikationswissenschaftler Theo Röhle spricht in der "Süddeutschen Zeitung" von einem "Objektivitätsversprechen". Das könne es aber nicht geben, weil die Geisteswissenschaften nicht wie Naturwissenschaften funktionierten. Ein Forscher aus den USA spricht den Computer-Literaturforschern sogar jegliches Interesse an der Kulturkritik ab.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)