28. Mai 2013
Nachtschichten in Redaktionen sind häufig unbeliebt.
Draußen ist es dunkel, die Welt schläft, nur der Redakteur sitzt einsam an seinem Schreibtisch und beobachtet vom Computer aus, was in der Welt passiert. Die Schweizer Nachrichtenagentur SDA will die Nachtschichten deshalb auslagern - nach Australien. Denn wenn Europa schläft, ist Australien wach. Vier Personen sollen künftig von Sydney aus arbeiten, so der Plan. Nach einem Bericht der "Neuen Zürcher Zeitung" will außerdem die "Welt" ein Büro in Australien eröffnen. Das soll Chefredakteur Jan-Eric Peters am Rande eines Branchentreffens verraten haben.
Das Modell scheint zu einem Trend zu werden. Schon vor zwei Jahren eröffnete die Schweizer Zeitung "20 Minuten" ein Büro in Hongkong, um die Nachtstunden redaktionell besser überbrücken zu können. Der "Tages-Anzeiger" wählte dafür Bangkok. Das "Handelsblatt" aus Düsseldorf stockte seine New Yorker Außenstelle auf: Wenn es hierzulande Nacht wird, ist es in New York noch Nachmittag.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)