31. Mai 2013

Russische Akademie der Wissenschaften hat neuen Präsidenten

In der russischen Wissenschaft muss sich einiges ändern.

Das will der neue Präsident der Russischen Akademie der Wissenschaften anpacken. Wladimir Fortow wurde mit 55 Prozent der Stimmen in sein neues Amt gewählt. Sein Vorgänger Juri Osipow war nach 22 Jahren an der Spitze zurückgetreten. Die Russische Akademie der Wissenschaften leitet mehr als 400 Forschungseinrichtungen und beschäftigt etwa 100.000 wissenschaftliche Mitarbeiter. Die Organisation wird häufig wegen ihrer undurchsichtigen Machtstrukturen kritisiert: "Peer Reviews" - also die kritische Überprüfung von Arbeiten durch Kollegen - und ein fairer Wettbewerb um Fördermittel seien noch immer nicht die Regel. Statt dessen zähle der Einfluss einzelner Forscher. Zuletzt hatte Wissenschaftsminister Dimitri Liwanow Modernisierungen angemahnt. Fortow hat nun Reformen versprochen. Die Akademie müsse mit der Zeit gehen und sich den Fragen von Journalisten und Bürgern stellen.

Ob Fortow die Öffnung aber gelingt, wird von einigen Mitgliedern der Akademie bezweifelt. Die Wahl habe er nur mit Unterstützung alter Netzwerke gewonnen, heißt es. Die könnten ihm schon bei der Besetzung des Postens des Vize-Präsidenten ihren eigenen Kandidaten aufzwingen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)