31. Mai 2013
Durch den Kampf gegen Drogenkriminalität infizieren sich Millionen Menschen unnötig mit Hepatitis C.
Das besagt ein Bericht der Globalen Kommission für Drogenpolitik. Ihr gehören etwa Ex-UNO-Generalsekretär Kofi Annan und der ehemalige NATO-Generalsekretär Javier Solana sowie einige frühere Staatschefs an. Sie sagen: Hepatitis C ist eine der am meisten unterschätzten Krankheiten der Welt. Die Infektionsraten unter Drogenabhängigen gehen laut dem Report kaum zurück. Grund dafür sei die Nulltoleranzpolitik zu Drogen, insbesondere in China, Russland und den USA. Genau dort gebe es auch die meisten infizierten Drogenabhängigen. Weil sie kriminalisiert würden, gingen sie auch nicht zum Arzt oder in Krankenhäuser und kämen schwerer an frische Nadeln. Ein Viertel der Erkrankten stirbt an der Leberkrankheit.
Die Kommission fordert, dass ein Teil des Geldes, das derzeit für den Kampf gegen Drogen ausgegeben wird, besser in Präventionsprogramme fließen sollte. Das Fachmagazin "The Lancet" zitiert eine russische Vertreterin bei der WHO: in China gebe es ein Methadon-Programm für den Entzug, aber keine Ausgabe von Nadeln für Abhängige. Russland habe beides nicht.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)