4. Juni 2013
Im Nationalsozialismus spielte die Finanzverwaltung eine wichtige Rolle bei der Ausplünderung der Juden.
Eine Historiker-Kommission hat die Geschichte des Reichsfinanzministeriums untersucht. Gestern wurde die erste Veröffentlichung vorgestellt. Darin widerlegt die Forscherin Christiane Kuller die Behauptung von Finanzbeamten, sie hätten angeblich nur geltendes Recht vollzogen. Tatsächlich hätten sie damals aber Vorschriften bewusst antisemitisch ausgelegt. Und häufig hätten Finanzbeamte nach den Deportationen von Juden die Aufgabe übernommen, deren Haushalt aufzulösen und das Vermögen einzuziehen. Nur selten hätten Beamte sich nach dem Schicksal der Deportierten erkundigt.
Das Forschungsvorhaben soll bis 2016 mit weiteren Veröffentlichungen abgeschlossen wreden.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)