5. Juni 2013
Wir blicken noch ins Lexikon. Es geht um die Geschichte einer Stadt, die derzeit im Fokus steht: Istanbul.
Am europäischen Ufer des Bosporus gründen um 660 vor unserer Zeitrechnung dorische Griechen eine Kolonie: Byzantion. Die Stadt wird im 4. Jahrhundert nach Christus zur bedeutendsten Handelsmetropole der Region. Der erste römische Kaiser - Konstantin der Große - benennt Byzantion zu Konstantinopel um und macht es zur Hauptstadt des Römischen Reiches. 1100 Jahre später, nachdem die Stadt jahrelang immer wieder von den Osmanen belagert wurde, fällt sie schließlich am 29. Mai 1453 an Sultan Mehmet II. Die Eroberung Konstantinopels bedeutete gleichzeitig das Ende des Byzantinischen Reiches. Fortan heißt die Stadt Istanbul. Strenggläubige Muslime bringen die Herkunft dieses Namens mit dem Wort "Islampol" in Verbindung - das bedeutet: vom Islam erfüllt. Aber vermutlich hat sich Istanbul aus dem griechischen Begriff "istimbolin" abgeleitet, was schlicht bedeutet: "in der Stadt", denn für die Griechen war Konstantinopel einfach: "die Stadt". Istanbul bleibt bis zur Gründung der Türkischen Republik 1923 Hauptstadt des osmanischen Reiches. Dann erklärt Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk Ankara zur Hauptstadt der Türkei.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)