6. Juni 2013
Die brasilianische Regierung verkauft es als gute Nachricht, aber sie hat einen Haken.
Brasiliens Regierung hat gemeldet, dass sie 2012 ihr Ziel erreicht hat, die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes zu verringern. Satellitenaufnahmen hätten bewiesen, dass im vierten Jahr in Folge weniger Bäume geschlagen wurden. Die Abholzungsrate sei die niedrigste seit Beginn der Kontrollen 1988.
Allerdings heißt weniger Abholzung nicht, dass überhaupt kein Amazonas-Regenwald mehr vernichtet wird. Von August 2011 bis Juli 2012 wurde trotzdem noch eine Fläche von mehr als 4.500 Quadratkilometern gerodet - das ist größer als das Ruhrgebiet. Und in anderen Regionen Brasiliens ist die Abholzung sogar gestiegen, zum Beispiel an der Ostküste.
Außerdem deuten neue vorläufige Zahlen darauf hin, dass sich der Abholzungs-Trend am Amazonas wieder wendet. Laut Umweltschützern liegt das unter anderem daran, dass die brasilianische Regierung die neue Waldpolitik nur sehr zögerlich umsetzt.
Die Abholzungs-Statistik beginnt immer im August, wenn am Amazonas Trockenzeit herrscht. Dann sind Luftbilder am verlässlichsten.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)