6. Juni 2013

Ökonom kritisiert Aufweichen der Finanztransaktionssteuer als abgekartet

"Die Banken und Unternehmen haben am Ende ihre Interessen durchgesetzt."

Der österreichische Wirtschaftswissenschaftler Stephan Schulmeister ist entsetzt, was aus der ursprünglich geplanten Finanztransaktionssteuer geworden ist. Die will die Politik einführen, um riskante Spekulationen zu verhindern. Anfang Mai brachte die Investmentbank "Goldman Sachs" eine Studie darüber in Umlauf, wie sehr diese Steuer auch Kleinsparer belasten würde. Wie Schulmeister in einem Gastbeitrag für die "taz" schreibt, hat diese Studie dazu geführt, dass Politiker mittlerweile von ihren ursprünglichen Forderungen abgewichen sind.

Schulmeister zufolge war das von "Goldman Sachs" geplant: Die Studie sei zunächst bewusst nicht veröffentlicht worden, um das Interesse daran zu steigern. Plötzlich hätten sich andere Banken und Unternehmen zum Thema geäußert. Das Ergebnis: Zuletzt hieß es seitens der Politik, sogenannte Rückkaufgeschäfte würden eventuell doch nicht besteuert.

Schulmeister kritisiert das. Auch diese Geschäfte seien spekulativ. Die Politik sei auf die Banken hereingefallen.

http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=me&dig=2013%2F06%2F06%2Fa0090&cHash=5300a0ede0b4afc2edfb3d74ac487a42

http://www.wiwo.de/downloads/8281810/1/GoldmanSachs.pdf

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)