7. Juni 2013
Ausgerechnet die Folgen von Atombombentest lassen Hirnforscher derzeit jubeln:
Denn durch die Spuren der Tests während des Kalten Krieges ist es einem Wissenschaftler der Uni Stockholm gelungen, nachzuweisen, dass auch im Gehirn von Erwachsenen neue Nervenzellen entstehen. 1.400 jeden Tag.
Aber der Reihe nach: Ein Forscher suchte in den Gehirnen von Verstorbenen nach Spuren der Atombombentests während des Kalten Krieges. Bei solchen Kernreaktionen gelangt besonders schwerer Kohlenstoff in die Atmosphäre und wird in das Erbgut jeder sich teilenden Zelle eingebaut.
Seitdem die Tests vor 50 Jahren gestoppt wurden, verschwinden die Isotope im Gehirn aber kontinuierlich. Der Wissenschaftler konnte in manchen Zellen des Gehirns wesentlich mehr Kohlenstoff messen als in anderen. Daraus schlussfolgerte er, dass ein Drittel der Zellen im Hippocampus, einer bestimmten Hirnregion die für's Lernen zuständig ist, im Laufe des Lebens erneuert werden. Lange Zeit dachte man, dass es nicht möglich ist, nach der Geburt noch neue Nervenzellen zu bekommen.
Die Studie ist in der Fachzeitschrift "Cell" erschienen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)