8. Juni 2013
Die Schäden, die die Islamisten am malischen Kulturerbe angerichtet haben, sind schlimmer als bisher gedacht.
Das erklärte die Afrika-Chefin der Unesco, Lazare Eloundou, nach einem Besuch in Timbuktu. 15 der Mausoleen seien zerstört worden, davon neun, die zum Weltkulturerbe zählten. Schätzungsweise 4.200 Manuskripte aus einer Bibliothek seien verbrannt. Weitere 300.000 Manuskripte seien in Sicherheit gebracht worden, müssten aber dringend von Konservateuren behandelt werden. Für diese Arbeiten braucht die Unesco acht Millionen Euro.
Die Islamisten in Nord-Mali hatten die Kulturgüter 2012 zerstört, weil sie sie für unislamisch hielten. Die Wüstenstadt Timbuktu war vom 15. bis 16. Jahrhundert ein wichtiges intellektuelles Zentrum des islamischen Afrika.
Die malische Armee hat Timbuktu dank französischer Militärhilfe inzwischen zurückerobert. Die Übergangsregierung hofft, bis zur Wahl Ende Juli wieder den gesamten Norden Malis zu kontrollieren. Für heute sind Gespräche mit den Tuareg-Rebellen geplant, die die Stadt Kidal im Osten des Landes kontrollieren.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)