10. Juni 2013

"Guru des gewaltfreien Widerstands" über Revolutions-Methoden

Revolution ist zwar eine ernste Sache, aber Humor ist eine wichtige Waffe gegen Despoten.

Das sagt der frühere serbische Studentenführer Srdja Popovic in der "Welt", die ihn den "Guru des gewaltfreien Widerstands" nennt. Eins seiner Prinzipien ist der "Laughtivism" - das meint, etwas Mächtiges durch Lächerlich-Machen zu Fall bringen. Popovic begründet: Humor lasse zum einen eine Bewegung cool aussehen - das motiviere viele Menschen, mitzumachen. Zum anderen zerstöre Humor die Autorität des Gegners, der sich viel zu wichtig nehme - und dann mache ein Despot oft dumme Fehler.

Laut Popovic ist übrigens der nächste große Kampf, den es zu gewinnen gilt, der Kampf um die Frauenrechte. Unterdrückte Frauen stellten schließlich ein Sechstel der Menschheit.

Popovic hat auch Tipps für die Proteste, die momentan in der Türkei laufen. Er rät den Demonstranten, weiter in die Offensive zu gehen. Um zu gewinnen, müssten sie sich aber an zwei wichtige Prinzipien halten aller People-Power-Bewegungen halten: Geschlossenheit und Gewaltfreiheit. Erdogan dagegen empfiehlt er, die Demonstranten nicht als Extremisten zu verunglimpfen - autokratische Redensarten à la Assad verschärften nur die Wut.

Popovic sieht in den türkischen Protesten aber deutliche Unterschiede zum Arabischen Frühling - die Türkei sei anders als viele arabische Staaten schon eine Demokratie. Das sehe man daran, dass die unterschiedlichsten Schichten gegen Erdogan zusammenarbeiten.

Für Länder wie Ägypten fordert er von der EU mehr Hilfe - und Geduld. In den USA seien zwischen dem Beginn des Kampfs für die Unabhängigkeit und dem Unterschreiben der Verfassung schließlich auch 15 Jahre vergangen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)