10. Juni 2013

Roma in Europa: Literaturwissenschaftler Bogdal warnt vor Vorurteilen

Die Debatte um die Roma droht in die falsche Richtung zu laufen.

Davor warnt der Literaturwissenschaftler Klaus-Michael Bogdal in einem Gastbeitrag der "Süddeutschen Zeitung". Darin fragt er, warum das verfolgte Volk in Europa solche Ängste auslöst. Seine Antwort: Anders als beim Antisemitismus hätten sich Kontrollmechanismen gegen unverhohlenen Zigeunerhass bis heute nur sehr schwach ausgebildet. Die Debatte sei geprägt von alten Wahrnehmungsmustern und Vorurteilen. Zudem gibt es laut Bogdal die Tendenz, statt der Armut die Armen zu bekämpfen. Die Romavölker seien aber keine illegalen Einwanderer, sondern europäische Minderheiten, vergleichbar mit den Basken oder den Sami in Finnland.

Für sein Buch "Europa erfindet die Zigeuner" ist Bogdal im März mit dem Leipziger Buchpreis für Europäische Verständigung ausgezeichnet worden.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)