10. Juni 2013

"SZ": Wie öffentlich sollen Plagiat-Untersuchungen sein?

Zuerst der öffentliche Plagiats-Vorwurf, erst danach kam die Prüfung durch die Hochschule.

So lief es in den Fällen Guttenberg und Schavan. Weil das aber den Ruf ruinieren kann, selbst wenn der Plagiats-Vorwurf am Ende nicht stimmt, will die Hochschulrektorenkonferenz das Verfahren ändern. Die neue Leitlinie sieht vor, dass zuerst Ombudsleute an der Uni die Vorwürfe vertraulich überprüfen und dann mit dem Ergebnis an die Öffentlichkeit gehen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" schreibt, sorgt das für Kritik. Zum Beispiel vom Juraprofessor Andreas Fischer-Lescano, der die ersten Guttenberg-Plagiate entdeckte. Er findet, das Interesse der Öffentlichkeit an solchen Fällen wiege schwerer als eine möglicherweise falsche Vorverurteilung. Man müsse unbedingt jeden Verdacht von Vertuschung und Corps-Geist unter Wissenschaftlern vermeiden. Eine Schweigepflicht über Plagiats-Prüfverfahren sei in etwa so, als ob die Presse erst über Kriminalfälle berichten dürfte, wenn es ein Urteil gibt.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)