11. Juni 2013

Human Zoo: Ausstellung mit lebenden Hartz-IV-Empfängern als "unerwünschte Stadtbewohner"

Um 1900 wurden in Völkerschauen so genannte "afrikanische Untermenschen" ausgestellt, heute sind es "Asoziale" und das Ganze heißt Kunst.

In etwa so kommentiert die "Süddeutsche Zeitung" die Präsentation einer Wiener Künstlergruppe auf dem Hamburger Festival "Live Art". "Human Zoo" heißt sie und stellt "unerwünschte menschliche Stadtbewohner" aus - als Lebendobjekt. Auf Podesten stehen prototypisch etwa ein Hartz-IV-Empfänger, ein Punk und ein Frührentner. Auch ein Reporter der "Bild" machte mit und ließ sich mit Schokoriegeln füttern. In der Beschreibung der Aktion heißt es: Von stachelbewehrten Gebäuden und Netzen gegen Tauben sei es kein weiter Weg zu Parkbänken, auf denen Obdachlose nicht mehr liegen könnten. Kritiker bezeichnen die Aktion als menschenverachtend und pervers.

Laut den Veranstaltern bleiben die ausgestellten Teilnehmer während der gesamten Schau an ihrem Platz und werden erst in der "Langen Nacht der Befreiung" am kommenden Wochenende wieder freigelassen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)